Rückkehr nach Sing Boyar

Sing Boyar – ein Dorf mit Lehmhütten und Grasdächern, Erdnuss- und Hirsefeldern im Schatten alter, gewaltiger Baobab- und sagenumwobener Kapokbaum-Giganten in der Savanne Senegals – hat mich in seinen Bann gezogen. Seit drei Jahren besuchen Babacarr und ich die Familie von Amady Ndnog. Er ist der Schmied im Dorf und spricht Englisch. Ein Segen für die direkte Verständigung, wenigstens mit einem der erwachsenen Dorfbewohner. Die Kommunikation mit Kindern ist auch ohne direkte Sprache möglich.

Meine Gedanken gehen noch einmal ins Jahr 2024 zurück. Wir hatten bereits berichtet. Noch immer hält die Faszination an, die von dem Ort Sing Boyar und seinen Bewohnern ausgeht. Das möchte ich gern noch einmal hervorheben.

Wie kamen wir also zur Nursery School in Sing Boyar?

Auf meinen Wunsch hin besuchten wir eine Gruppe Frauen bei der Erdnussernte. Ich erlebte die Handarbeit, die in die Arme ging, den ewigen Staub und dann die geringe Ernte am Ende des Tages. Die Frauen in ihren bunten Kleidern sangen, tanzten und schütteten Körbe voller Erdnüsse, Blattstiele und Blätter über ihren Köpfen aus, sodass die Erdnüsse vor ihren Füßen landeten und Blattstiele und Blätter davonwehten. Ich konnte fotografieren und filmen. Diese Frauengruppen schienen über die ganze Savanne verteilt – immer wieder sah ich auf meiner Rückreise ins Dorf eine andere Gruppe.

Die Fahrt ging weiter. Amady meinte, wir besuchen noch einen Garten. Ich freute mich schon auf frische Tomaten. Wir stoppten. Es gab keinen Garten. Es war ein Kindergarten. Der Kindergarten von Sing Boyar – wir sprechen von der Nursery School. Diesem Besuch folgten weitere. Es gab den Wunsch nach Schulmöbeln. Das Klassenzimmer war nur mit Matten ausgestattet, auf denen die Kinder saßen. „Das Lernen sei leichter und auch das Schreiben falle den Kindern leichter auf einem Tisch mit einer Bank als mit Täfelchen und Heften auf den Knien“, sagten die Lehrerinnen.

Es reifte der Traum, den Kindergarten mit Möbeln auszustatten. Und mit Hilfe einer Spende des „Familienzentrums“ wurde dieser Traum Wirklichkeit. Als wir im November 2025 wieder in Sing Boyar waren, haben wir das Ergebnis gesehen. Amady, als Schmied, baute die Gestelle der Tische und Bänke, und ein Tischler aus dem Dorf führte die Holzarbeiten aus.

Die Nursery School in Sing Boyar ist nun in der Region unter zwölf Vorschulen die einzige mit Tischen und Bänken. Das ganze Dorf ist mächtig stolz, und es wurde für uns getanzt und gebetet.

Für unseren Verein war es das erste Mal, dass wir den Auftrag für den Bau von Schulmöbeln vor Ort vergeben haben. Und das Konzept, mit den Handwerkern vor Ort zusammenzuarbeiten, ist aufgegangen. Die Möbel sind hübsch und stabil. Geht etwas kaputt, stehen die Handwerker dafür ein.

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